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Mrz 1, 2017
Kategorie: General
Erstellt von: admin

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Madeira 2009

Ende Juni 2009 flogen mehrere Clubkameraden, teilweise begleitet von ihren Ehepartnern, nach Madeira. Schon die Landung auf Madeira ist ein Abenteuer: Die Landebahn ist an die Insel angelehnt, teilweise aufgeständert. Die Piloten brauchen eine Sonderlizenz, da der Anflug so schwierig ist. Man fliegt über das Meer an mit teilweise tückischen Seitenwinden und muss rechtzeitig zum Stehen kommen, denn am Ende der Landebahn  geht es wieder zum Meer, das aber ein paar Meter tiefer liegt.

Wir waren im Galosol Hotel direkt oberhalb der Tauchstation "Manta Diving Madeira", ideal. Mit dem Lift geht es hinunter zur Tauchbasis, die von Stefan und Gabi Maier geleitet wurde. Die Basis ist an den Felsen geklebt, teilweise aus dem Felsen herausgehauen worden. Der Einstieg ins Wasser bei ruhigem Wetter ist o.k., keine Probleme mit Sand oder so. Raus kommt man wieder über fest angebrachte Leitern. Spannend wird es, wenn Welle ist. Wir haben aber gelernt, wie es dann geht: Man hält in der Gruppe mehrere Meter Abstand zur Felsküste. Jeweils einer zieht eine Flosse aus und streift sie über den Arm, damit er die Hand frei hat. Dann im richtigen Moment mit der Flosse, die noch ein einem Fuß ist, Gas geben und hin zur Leiter. Dort mit dem freien Fuß und beiden Händen Halt suchen und so schnell wie möglich etwas Höhe gewinnen, sodass einen die Welle nicht wieder mitnimmt.

Die Unterwasserwelt ist nicht mit dem Roten Meer zu vergleichen, das wussten wir aber. Und alles, was auf der Internet-Seite der Manta Diving Basis gezeigt wurde, haben wir auch gefunden. Viel mehr jedoch nicht. Aber wir hatten Glück: Einmal im Jahr ist dort großes Stachelrochentreffen, sie bekommen dann ihre lebenden Jungen. Die Stachelrochen lagen mit dicken Bäuchen dicht an dicht. Junge Stachelrochen habe ich allerdings nicht gesehen, vielleicht waren wir noch zu früh da.

Natürlich haben wir auch Ausflüge gemacht. Die Insel ist sehr schön, sie ist wirklich eine Blumeninsel. Überall blühen Blumen und die Gärtner versuchen offenbar, sich gegenseitig zu übertrumpfen. Wirklich toll! Und natürlich sind wir auch gewandert, immer entlang der Levadas, wie es sich gehört. Im Norden der Insel gibt es viel Regen. Das Wasser wird dann über Wassergräben, die Levadas, in den Süden und zu den Feldern gebracht. An den Levadas sind Pfade. Die waren ursprünglich wohl dazu gedacht, dass man zur Instandhaltung und Pflege der Levadas ein Wegenetz brauchte. Für uns hatte das den Nutzen, dass wir querfeldein und durch die Wälder immer auf einer Höhe bleibend stundenlang wandern konnten mit herrlicher Aussicht. Allerdings sollte man einigermaßen schwindelfrei sein, manchmal geht es direkt neben dem Pfad Dutzende Meter in die Tiefe. Manchmal geht es auch durch den Berg, dann ist es hilfreich, wenn man eine Taschenlampe dabei hat.

Wenn wir nicht getaucht oder gelaufen sind, sind wir auch das eine oder andere Mal mit dem Bus gefahren. Das sollte man auch einmal in seinem Leben erlebt haben: Die Busse scheinen gut motorisiert zu sein, jedenfalls hörte es sich so an. Und es gibt starke Steigungen, 15 % sind keine Seltenheit. Bergauf hatte ich aber weniger Sorgen, da bleibt der Bus schlimmstenfalls hängen. Und Schnee gibt es nicht, wenigstens nicht in den unteren Lagen. Aber der Bus muss ja auch wieder runter, wenn er den Berg hoch gefahren ist. Und dann hofft man, dass die Bremsen in gutem Zustand sind, denn es geht genauso steil bergab wie vorher bergauf. Und die Begrenzungsmäuerchen an der Seite der Straße - manchmal gibt es auch Leitplanken - halten einen durchgehenden Bus nicht auf. Und unten einfach auslaufen lassen oder irgendwo wieder hoch fahren, geht nicht, die nächste Kurve kommt bestimmt. Aber wir sind immer heil angekommen.

In der Hauptstadt Funchal gibt es eine riesige Markhalle mit tollen Auslagen von allem, was Land und Leute zu bieten haben. Natürlich Unmengen  an Blumen, Obst, Gemüse, exotischen Früchten, Handwerksarbeiten,etc. Besonders hat uns der Fischmarkt interessiert. Neben vielen kleinen und großen Fischen gibt es auch eine Spezialität, den schwarzen Degenfisch, von den Einheimischen "espada" genannt. Da der Fischbestand in geringeren Wassertiefen überfischt ist, wird jetzt mit bis zu 1500 Meter langen Angelleinen in großen Tiefen geangelt. Der Degenfisch sieht furchterregend aus mit seinen riesigen Augen und seinen Raubtierzähnen. Dafür schmeckt er hervorragend.

Und natürlich sind wir auch mit dem Korbschlitten die Straße runter gerutscht, das gibt es nach meinem Wissen so nur in Madeira. Auf der Straße, wo die Schlitten runter rutschen, fahren auch Autos, allerdings selten. Es gibt aber auch Autos im Querverkehr, man muss halt aufpassen. Ich habe mein GPS mitlaufen lassen. Nach meiner Berechnung hat die Straße ein Gefälle von 18 %, das funktioniert. Die "Piloten", die unseren Korbschlitten steuerten/schubsten, hatten Stücke von Autoreifen unter ihre Schuhe geklebt. Offenbar haben sie doch mit einem erhöhten Verschleiß zu kämpfen.

Wir sind auch auf die Berge hochgefahren. Oben war es recht kühl und teilweise waren wir schon in den Wolken. Von Funchal aus sind wir auch mit der Seilbahn auf einen Berg hochgefahren, man hat dort eine tolle Aussicht. Wir habe auch eine Rundfahrt über die Insel gemacht, den Norden besucht, eine Fischfarm, viele schöne Buchten gesehen, die Landschaft bewundert, Land, Leute und einheimisches Essen genossen. Nach 14 Tagen mussten wir leider zurück fliegen, es hat uns allen sehr gut gefallen auf Madeira.

Autor: Wulf